Verurteilt zur Innovation? Wie ein Blick in die Geschichte als Kompass für eine überforderte Gegenwart dienen kann.
Kaiserschild Lectures
Die Kaiserschild Lectures sind eine Veranstaltungsreihe zu Innovationsthemen, die den Dialog zwischen Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und der interessierten Öffentlichkeit initiieren. Bei jeder Veranstaltung steht ein anderes Innovationsthema im Mittelpunkt, das in moderierten Gesprächen mit Expert*innen ausführlich beleuchtet wird. Sie erhalten fundierte Einblicke in zentrale Innovationsfragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und haben die Gelegenheit, Ihre Fragen direkt an das Podium zu richten. So gewinnen Sie vielfältige Perspektiven, können sich inspirieren lassen und erhalten Einblicke in aktuelle Entwicklungen. Gleichzeitig eröffnen sich Ihnen berufliche Chancen im jeweiligen Themenfeld sowie Möglichkeiten zur Erweiterung Ihres Netzwerks.
Dieses Weiterbildungsangebot ist eine Veranstaltungsreihe der Kaiserschild-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Postgraduate Center der Universität Wien.
Schwerpunkt Innovation
Innovation ist mehr als technischer Fortschritt. Sie verändert, wie wir arbeiten, zusammenleben und Zukunft gestalten. Die Kaiserschild Lectures beleuchten Innovation aus verschiedenen Perspektiven – von wirtschaftlichen und sozialen Dynamiken, über kulturelle und ethische Themen bis hin zu historischen Entwicklungen.
- Was ist Innovation, wie und warum entsteht sie?
- Wer treibt Innovation an?
- Welche Auswirkungen haben Innovationsprozesse?
Diese und weitere Fragen werden im Rahmen der Kaiserschild Lectures von Expert*innen aus Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert.
Events
Hier finden Sie alle kommenden Events des Programms. Schauen Sie gerne regelmäßig vorbei, um nichts zu verpassen.
Bisherige Schwerpunkte
Die Technik der Genschere revolutioniert die Pflanzenzüchtung mit weitreichenden Effekten für den Einsatz in der Landwirtschaft. Verbesserte Widerstandsfähigkeit von Pflanzen, höhere Ernteerträge und ein geringerer Einsatz von Pestiziden könnten zu einer geringeren Umweltbelastung führen, die Kosten für Landwirt*innen senken und damit zu einer nachhaltigen Sicherung der Welternährung beitragen.
Gleichzeitig wird der mögliche Einsatz dieser Technologie in Österreich von kontroversen Debatten begleitet, die nicht zuletzt durch den Vorstoß der EU-Kommission, den Umgang mit Gentechnik in der Landwirtschaft zu ändern, eine neue Dynamik erhalten haben. Kritiker*innen befürchten negative Auswirkungen auf die Biodiversität, wie die Verdrängung natürlicher Arten oder die Entstehung von Superunkräutern und Schädlingen, die gegen gentechnisch veränderte Pflanzen resistent sind.
Die Kaiserschild Lectures 2024 fokussierten sich auf das Thema „Grüne Gentechnik“, um zu einem Verständigungsprozess über gesellschaftliche Bereiche hinweg beizutragen und im transdisziplinären Dialog innovative Perspektiven zu entwickeln.
Fragestellungen:
- Welche Auswirkungen hat der Einsatz der Gentechnik auf die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion? Wie kann sichergestellt werden, dass gentechnisch veränderte Pflanzen sowohl ökologisch nachhaltig als auch sicher für den Verzehr sind?
- Welche Rolle kann die grüne Gentechnik bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Ernährungssicherheit spielen?
- Welche Bedenken bestehen hinsichtlich der kommerziellen Nutzung der Gentechnik?
- Wie gestaltet sich die Regulierung auf nationaler wie EU-Ebene aktuell und welche Änderungen erscheinen sinnvoll – in Bezug auf Innovation in der Forschung genauso wie hinsichtlich des Einsatzes in der Landwirtschaft und der Kennzeichnung für Konsument*innen?
- Wie können Risiken und mögliche Nebenwirkungen der grünen Gentechnik besser verstanden und bewertet werden? Welche Rolle spielen dabei wissenschaftliche Studien, Transparenz und unabhängige Kontrollen?
Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen der Podiumsdiskussion “Grüne Gentechnik - klimafreundlich, nachhaltig, zukunftsfähig?” von den folgenden Expert*innen disktutiert:
- Andreas Bachmair, Max F. Perutz Laboratories, Department für Biochemie, Universität Wien
- Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar, Geschäftsführer der Franz Fischler Consult
- Petra Gruber, Institut für Architektur, Universität für angewandte Kunst Wien
- Karen Kastenhofer, Institut für Technikfolgenabschätzung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Moderation: Judith Belfkih
Die globale Biodiversität gerät zunehmend unter Druck. Städte sind die zentralen Experimentier- und Erfahrungsräume für das Zusammenleben von Mensch und Natur. Gleichzeitig ist die dynamische Bevölkerungsentwicklung in Städten mit großen Anforderungen an die benötigte Infrastruktur verbunden, was oftmals mit einem Verlust von Lebensräumen einhergeht. Das daraus resultierende Artensterben ist alarmierend. Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt stehen in einem bitteren Widerstreit mit der Herausforderung, eine funktionierende Infrastruktur für den urbanen Raum zur Verfügung zu stellen.
In den Kaiserschild Lectures 2023 diskutierten Wissenschafter*innen das Thema „Biodiversität in der Stadt“ und analysieren mit Praktiker*innen die Vereinbarkeit von Artenschutz und Stadtentwicklung.
Fragestellungen:
- Die wichtigsten Gründe für den Verlust von Biodiversität sind die Veränderung bzw. der Verlust von Lebensräumen durch menschliche Aktivitäten. Wie können die Anforderungen an eine wachsende Stadt mit dem Schutz der Artenvielfalt in Einklang gebracht werden?
- Ob erneuerbare Energie, nachhaltige Mobilität oder leistbarer Wohnraum: viel zu oft, so scheint es, werden klimaschützende Maßnahmen und soziale Fragen gegen den Schutz der Biodiversität ausgespielt. Gibt es Lösungsansätze, diese unterschiedlichen Herausforderungen ganzheitlich zusammen zu denken?
- Während die Klimakrise bereits als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit gilt, wird die Biodiversitätskrise in der öffentlichen Wahrnehmung bislang weniger bedacht. Dabei steht die Artenvielfalt unter massivem Druck. Mangelt es an öffentlichem Bewusstsein für die Dringlichkeit des Artensterbens?
Expert*innengespräch “Biodiversität in der Stadt: Artenvielfalt als Lebensgrundlage?” mit Ursula Bittner (Greenpeace Österreich), Franz Essl (Department für Botanik und Biodiversitätsforschung, Universität Wien) und Thomas Madreiter (Planungsdirektor der Stadt Wien).
Moderation: Judith Belfkih, Stv. Chefredakteurin Wiener Zeitung
2022 wendeten sich die Kaiserschild Lectures der Energiewende zu und nahmen den grünen Wasserstoff unter die Lupe. Birgt Wasserstoff, gewonnen aus erneuerbarer Energie, das Potenzial, den Übergang zu einer klimaschonenden Versorgung mit Energie sicher und nachhaltig zu gewährleisten?
Ein hohes Maß an Mobilität und eine stetige Energieversorgung sind Errungenschaften der Industrialisierung, auf die niemand verzichten möchte. Zugleich steht fest, dass sich insbesondere der Bereich Energieversorgung tiefgreifend verändern muss, um CO2-Emissionen weltweit zu reduzieren. Übergeordnetes Ziel interdisziplinärer Forschungsanstrengungen ist es daher, neue, ökologisch saubere und effiziente Energieträger zu finden.
Grüner Wasserstoff bietet sich als direkter Nachfolger fossiler Treibstoffe an. Wasserstoff hat ein hohes Speicherpotenzial und lässt sich durch Verbrennen in Wärme und Energie umsetzen. Allerdings ist der Produktionsprozess von grünem Wasserstoff bislang aufwändig und teuer und die Speicherung von Wasserstoff technisch und wirtschaftliche herausfordernd.
Fragestellungen:
- Welches Potenzial bietet grüner Wasserstoff als Energieträger der Zukunft?
- Welche neuen Erkenntnisse hat die Grundlagenforschung zu Produktion und Speicherung von grünem Wasserstoff?
- Wie nachhaltig ist Wasserstoff?
- Welche Einsatzgebiete zeichnen sich in naher Zukunft ab?
- Neben innovativer Technologie braucht die Energiewende auch eine Systemveränderung: neue Geschäftsmodelle, Policies, Regulierungen. Sind Politik und Wirtschaft bereit für die Energiewende? An welchen Stellschrauben muss gedreht werden?
Expert*innengespräch „Mission Energiewende: Wieviel Zukunft steckt in grünem Wasserstoff?“ mit Expert*innen aus Wissenschaft und Industrie: Brigitte Bach (Salzburg AG), Simon Rittmann (Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie, Universität
Wien) und Theresia Vogel (Klima- und Energiefonds)
Moderation: Eva Stanzl (Wiener Zeitung)
- 2021: KI in der Medizin - An der Schnittstelle von Data Science und Medizin
- 2020: Grünes Plastik
Einblicke
Kaiserschild-Stiftung
Die Kaiserschild-Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, junge Menschen bei der Entfaltung ihrer Potentiale zu unterstützen, damit sie zukünftigen Herausforderungen kreativ begegnen und ihren Beitrag zur Entwicklung einer innovativen Gesellschaft leisten können. Die Stiftung wurde 2007 vom HARIBO-Miteigentümer Dr. Hans Riegel gegründet, ausgehend von seinem Bestreben, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen etwas von dem zurückgeben zu wollen, was sie ihm als Unternehmer und dem Unternehmen HARIBO gegeben haben. Die Kaiserschild-Stiftung engagiert sich in den Bereichen Bildung, Forschung und Kunst. Sie entwickelt eigenständig Projekte und setzt diese um.
Kontakt
Agnes Raschauer
Bakk. MA
Program Management
Postgraduate Center
Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2, Hof 1
Eingang 1.5.4
1090 Wien
+43-1-4277-10838
+43-664-817 6683
kaiserschild-lectures(at)univie.ac.at
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