Masterprogramm
Risikoprävention und Katastrophenmanagement
Handlungsfähig bleiben, wenn Komplexität zunimmt
Krisen entstehen oft durch Wechselwirkungen, bauen sich auf, wirken kaskadenartig und treffen besonders dort, wo Systeme eng miteinander vernetzt sind. Im Masterprogramm „Risikoprävention und Katastrophenmanagement“ entwickeln Sie wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Kompetenzen, um Risiken frühzeitig zu identifizieren, Prävention und Vorsorge wirksam zu gestalten und Krisen professionell zu bewältigen. Sie vertiefen Ihr Know-how entlang des gesamten Risikokreislaufs – von der Analyse über die Planung bis zur Umsetzung in realitätsnahen Übungen, Planspielen und einer Masterthesis.
Modulübersicht
In diesem Modul erhalten Sie einen umfassenden Überblick über den Risikokreislauf, die grundlegenden Strategien und Modelle des Risiko- und Katastrophenmanagements sowie deren praktische Relevanz. Sie lernen die wichtigsten Akteur*innen, ihre Funktionen und Rahmenbedingungen kennen, erarbeiten ein gemeinsames Fachvokabular und erhalten erste Einblicke in rechtliche, organisatorische und datenbasierte Aspekte – einschließlich neuer Medien und raumbezogener Informationen.
Lehrveranstaltungen:
- Einführung in die Risikoprävention und das Katastrophenmanagement
- Rechtliche und organisatorische Aspekte
- Neue Medien – aktuelle theoretische Ansätze und praktische Anwendungen
- Geodaten für Risikoprävention und Katastrophenmanagement
- Katastrophenmanagement – Grundlagen und „Best Practice“
- Wissenschaftliches Arbeiten I
In diesem Modul erhalten Sie praxisnahe Einblicke in die Entstehung von Katastrophen und deren vielfältige Ursachen – von natürlichen und technischen Prozessen bis hin zu gesellschaftlichen Einflussfaktoren. Sie lernen, die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen zu analysieren, Risiken eigenverantwortlich zu bewerten und Strategien zu deren Schutz zu entwickeln. Dabei erwerben Sie fundierte Kenntnisse in der Anwendung der ÖNORM D 4903 und werden befähigt, Ihre Ergebnisse professionell zu dokumentieren.
Lehrveranstaltungen:
- Naturgefahren
- Technologische Gefahren
- Soziologische und sonstige Gefahren
- Sozioökonomische Aspekte der Vulnerabilität und Resilienz
- Verletzlichkeit und Schutzmöglichkeiten für Kritische Infrastruktur – Strategien und Anwendungsbeispiele
- Risikomanagement für Organisationen und Systeme
Prävention als gestaltbare Aufgabe: In diesem Modul beschäftigen Sie sich mit Risk Governance, Risikoprävention, Krisenszenarien, Risikoplanung und -kommunikation. Sie lernen rechtliche, technische und sozioökonomische Aspekte kennen und arbeiten mit Modellen, wie dem integralen Risikokreislauf. Im Rahmen einer Projektarbeit wenden Sie dieses Wissen praxisnah auf ausgewählte Fallbeispiele an.
Lehrveranstaltungen:
- Rechtspolitische und sozioökonomische Grundlagen
- Grundlagen der Risikobewertung und Szenarienanalyse
- Raumbezogene Risikoplanung und technisches Risikomanagement
- Strategisches, operatives und taktisches Katastrophenmanagement auf nationaler und internationaler Ebene
- Modelle und Steuerung der staatlichen Katastrophenvorsorge und Risiko Governance
- Risikokommunikation
- Fallbezogene Anwendung des Risikomanagements, Projektarbeit
Unter Druck klar handeln: Dieses Modul vermittelt praxisnah medizinische und psychosoziale Grundlagen, Führungsverfahren im Katastrophenmanagement sowie Krisenkommunikation. Sie lernen, Einsatzabläufe zu verstehen, Herausforderungen für operative Einheiten und Unternehmen zu erkennen und die Bewältigung im integralen Risikokreislauf einzuordnen. Ein Fokus liegt auch auf den europäischen Koordinationsmechanismen des Bevölkerungsschutzes und grundlegender Unterstützung für eintreffende Hilfseinheiten.
Lehrveranstaltungen:
- Medizinische und psychosoziale Aspekte der Katastrophenhilfe
- Führungsverfahren
- Krisenkommunikation
- European Civil Protection Mechanism
Vom Konzept zur Handlung: In diesem Modul entwickeln Sie Routine, Struktur und Sicherheit in Entscheidungen. Sie lernen, Führungsgrundsätze praktisch anzuwenden, Lagen zu bewerten und Aufträge zielgerichtet umzusetzen.
Lehrveranstaltungen:
- Übungstheorie und Methodik
- Integrierte Stabsarbeit / Planspiel
In diesem Modul haben Sie die Möglichkeit, Institutionen und Maßnahmen direkt vor Ort zu erleben, ihre Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen und aktuelle Forschungsfragen sowie Umsetzungen von Risikoprävention und Katastrophenmanagement an konkreten Regionalbeispielen kennenzulernen. Dabei betrachten Sie sowohl die lokalen Gegebenheiten als auch deren Vernetzung in übergeordnete Strukturen. Durch den fachlichen Austausch mit Expert*innen vor Ort, die Reflexion eigener Annahmen und die Analyse verschiedener Perspektiven erwerben Sie die Fähigkeit, Erkenntnisse auf Ihre eigene Praxis zu übertragen, interdisziplinär zu kommunizieren und flexibel auf Unsicherheiten oder interinstitutionelle Herausforderungen zu reagieren.
Lehrveranstaltung:
- Mehrtägige Exkursion im In- oder Ausland
In diesem Modul haben Sie die Möglichkeit, individuelle Schwerpunkte zu setzen und sich entsprechend Ihres gewünschten Qualifikationsprofils zu spezialisieren. Hierfür entscheiden Sie sich für zwei Wahlmodule, die Ihren Interessen entsprechen.
Wahlmodule:
- Humanitäre Hilfe
- CBRN-Gefahren
- Umgang mit Extremereignissen und globalem Wandel
- Internationales und nationales Katastrophenrecht
- Psychologische Aspekte in Katastrophen
- Grundlagen der Notfallmedizin
- Leben mit dem Risiko: Soziale Verwundbarkeit und Resilienz gegenüber Naturkatastrophen
- Quantitative Analyse von Extremrisiken und deren Veränderungen
- Künstliche Intelligenz im Katastrophenmanagement
- Interdisziplinäre Forschungen im Kontext von Naturgefahren, Verwundbarkeit und Katastrophen
Dieses Modul schärft die Reflexion und kritische Einordnung der im Studienverlauf erworbenen fachlichen und methodischen Kompetenzen mit Blick auf die Berufspraxis. Sie lernen, Ihr eigenes berufliches Handeln theoretisch-konzeptionell zu verorten und zielgruppengerecht zu präsentieren.
Lehrveranstaltung:
- Praktikum
Dieses Modul bildet die methodische Grundlage für die Masterthesis. Sie lernen eigenständig zu forschen, zu argumentieren und Ihre Ergebnisse wissenschaftlich darzustellen.
Lehrveranstaltungen:
- Wissenschaftliches Arbeiten II
- Masterthesisbegleitseminar
Mit der Masterthesis weisen Sie nach, dass Sie ein wissenschaftliches Thema selbstständig sowie methodisch und inhaltlich fundiert bearbeiten können. Die anschließende Masterprüfung (Defensio) bietet Ihnen die Gelegenheit, Ihre Arbeit zu verteidigen und Ihr Wissen im wissenschaftlichen Umfeld zu präsentieren – zusammen bilden Masterthesis und Defensio den erfolgreichen Abschluss Ihres Masterprogramms.
Die Module 1 bis 4 werden gemeinsam mit den Studierenden des Universitätslehrgangs absolviert.
Aufnahmeverfahren
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Teilnahmevoraussetzungen
- Abgeschlossene Hochschulausbildung (mind. 180 ECTS Credits)
- Mehrjährige einschlägige Berufserfahrung bzw. ehrenamtlicher Dienst
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Bewerbung
Bitte reichen Sie die folgenden Bewerbungsunterlagen über das Anmeldeformular ein:
- Lebenslauf
- Motivationsschreiben (1 Seite)
- Nachweis der allgemeinen Hochschulreife (Matura)
- Nachweis einer abgeschlossenen Hochschulausbildung (mind. 180 ECTS Credits)
- Nachweis über mehrjährige facheinschlägige Berufserfahrung bzw. ehrenamtlichen Dienst
- Amtlicher Lichtbildausweis
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Aufnahme und Zulassung
Nach Ablauf der Bewerbungsfrist werden Ihre Unterlagen durch den Lehrgangsbeirat geprüft. Bei Bedarf kann zusätzlich ein Aufnahmegespräch stattfinden. Etwa fünf bis sechs Wochen nach Ende der Bewerbungsfrist erfolgt die Zu- oder Absage. Anschließend erhalten Sie auch weitere Informationen zum Zulassungsprozess sowie zum Programmstart.
Bereit für den nächsten Schritt?
FAQs
Das Masterprogramm „Risikoprävention und Katastrophenmanagement“ richtet sich an Personen, die Risiken professionell managen, Katastrophen vorbeugen, Krisen bewältigen und Resilienz stärken möchten – lokal, national und international.
Besonders angesprochen sind unter anderem:
- Fach- und Führungskräfte aus Blaulichtorganisationen
- Mitarbeitende in Verwaltung und Behörden
- Verantwortliche in kritischen Infrastrukturen
- Unternehmen (Risk, Security, Business Continuity)
- Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen
- Personen mit natur-, sozial- oder ingenieurwissenschaftlichem Hintergrund
Das Masterprogramm und der Universitätslehrgang haben eine gemeinsame Basis: Die Module 1 bis 4 werden in beiden Varianten absolviert. Im Masterprogramm vertiefen Sie sich darüber hinaus mit zusätzlichen Modulen und der Masterthesis.
Die Präsenzblöcke finden überwiegend am Campus der Universität Wien statt. Einzelne Lehrveranstaltungen werden auch an weiteren Orten in Österreich durchgeführt (z.B. Kühtai, Traunkirchen, Tulln an der Donau).
Nach Abschluss des Masterprogramms können Sie:
- Risiken systematisch identifizieren, analysieren und bewerten (z. B. Naturgefahren, technische, gesellschaftliche und organisationale Risiken)
- Präventions-, Vorsorge- und Resilienzstrategien für Organisationen, Regionen und kritische Infrastrukturen entwickeln
- Krisen- und Katastrophenmanagementprozesse strategisch und operativ planen, umsetzen und evaluieren
- Interdisziplinär und organisationsübergreifend koordinieren – an Schnittstellen von Verwaltung, Einsatzorganisationen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
- Entscheidungen unter Unsicherheit fundiert treffen und Risiken adressat*innengerecht kommunizieren
Als Absolvent*in des Masterprogramms, des Universitätslehrgangs und des Zertifikatsprogramms „Risikomanagement“ können Sie die Zertifizierung als „Risikomanager*in“ nach ÖNORM D 4903 bei Austrian Standards erwerben.
Bei weiteren Fragen steht Ihnen unser Program Management gerne zur Verfügung.
Kontakt
Patrizia Kastenberger
Program Management
Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2, Hof 1
Eingang 1.14.1
1090 Wien
+43-1-4277-10835
oerisk(at)univie.ac.at
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